(fi) Am Samstag, 17. Juli, werden in Ebrach erneut Befürworter und Gegner des Nationalparks aufeinandertreffen. Der Bund Naturschutz (BN) hält an diesem Tag von 9.30 bis 17.30 Uhr eine Fachtagung zum Thema „Nationalparke als Motor für Regionalentwicklung“ und hat dazu viele Kreistagsmitglieder der Landkreise Bamberg, Haßberge, Kitzingen und Schweinfurt eingeladen.
Bei der Fachtagung des BN soll es Informationen über andere Schutzgebiete geben und über daraus resultierende positive Effekte für die Regionalentwicklung.
Genau an dieselben Adressen der Kreisräte richtet nun auch der Verein „Unser Steigerwald“, der bekanntlich den Nationalpark verhindern will, den Aufruf, an einer Kundgebung teilzunehmen. Sie beginnt um 9 Uhr ebenfalls in Ebrach.
Diese Kundgebung richtet sich gegen die Absicht der Umweltverbände, im Steigerwald einen Nationalpark einzurichten. Übereinstimmung besteht zwischen „Unser Steigerwald“ und dem BN darin, dass es richtig sei, wenn sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen, um miteinander über die Zukunft des Steigerwaldes zu reden. Nicht in Ordnung finden es die Gegner allerdings, wenn die Umweltverbände das Ergebnis dieser Diskussion bereits vorwegnehmen: Der Nationalpark wird kommen.
In vielen Verlautbarungen des BN, in Internetauftritten werde dieses Ziel in den Augen von „Unser Steigerwald“ festgeschrieben. Dabei sei man sich beim BN auch nicht zu schade, „mit großem Mitteleinsatz, mit werbewirksamen Presseaktionen oder mit geschmacklosen, polemischen, unwahren und dümmlichen Werbekampagnen (Steigermän, Buche Emma) gegen die ,bösen Steigerwälder' ins Feld zu ziehen, die die großartige Vielfalt des Steigerwaldes mit Motorsägen zerstören, und einfach nicht machen wollen, was die Umweltverbände sich vorstellen“, schreibt „Unser Steigerwald“.
Die „berechtigten Sorgen und Befürchtungen der Menschen im Steigerwald“ versuche man mit fadenscheinigen und falschen Argumenten zu entkräften. Die Umweltverbände sollten endlich einsehen, dass die Menschen der Region keinen Nationalpark Steigerwald wollen. „Unser Steigerwald“ unterstützt allerdings das Konzept des Forstbetriebs Ebrach, den Artenschutz im Steigerwald weiter zu verbessern.
50 Kommunen, Organisationen und Verbände in der Region des nördlichen Steigerwaldes haben ihre eindeutige Haltung durch ihre Mitgliedschaft im Verein „Unser Steigerwald“ bereits eindeutig zum Ausdruck gebracht. „Das alles sind demokratisch gewählte Vertreter und damit legitimiert für die Menschen im Steigerwald zu sprechen“, so der Verein.
Und auch mehr als 3000 Einzelpersonen aus der Region haben seit der Vereinsgründung vor zwei Jahren durch ihre Mitgliedschaft zum Ausdruck gebracht, dass sie keinen Nationalpark wollen.